Das Grindelviertel

Veröffentlicht: 17. November 2012 in Hamburg
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Beim Herrn Buddenbohm findet derzeit eine Blogparade zum Leben in den unterschiedlichsten Hamburger Stadtteilen statt.  Da darf ein Post über die “Grindelhood” natürlich nicht fehlen.

Ich bin vor ziemlich genau einem Jahr von Wilhelmsburg in die Bundesstraße gezogen, eine Entscheidung die ich bisher nicht einmal bereuen musste. Das zentral gelegene Grindelviertel rund um die Universität ist meine neue Heimat geworden. Das Zentrum des jüdischen Lebens in Hamburg wurde in den letzten Jahrzehnten zu einem multikulturellem Stadtteil in dem es immer etwas zu entdecken gibt.

Das reichhaltige kulinarische Angebot macht eine eigene Küche fast obsolet. Ohne Probleme kann man sich jeden Tage der Woche an einer Spezialität aus einem anderen Land erfreuen. Angefangen bei den großartigen Falafel Lavente für sagenhafte 3,50 € im Falafelshop in der Renzelstraße über frisch zubereitete, authentisch gewürzte vietnamesiche Küche bei Thang Long bis hin zur wirklich exklusiven Küche im La Mirabelle. Feinschmecker kommen garantiert auf ihre Kosten, ganz ohne Bringdienst innerhalb weniger Minuten zu Fuß erreichbar.

Nach Ladenschluss trifft sich das Viertel am Uni Kiosk oder in der Pony Bar um bei einem Bierchen den Feierabend einzuläuten. Für mich ist es schon nach so kurzer Zeit normal geworden, bei jedem Spaziergang im Viertel jemanden zu begegnen mit dem man einen kurzen Schnack abhalten kann. Die meisten Menschen, die zwischen Dammtor und Schlump wohnen, sind von der aufgeschlossenen und redseeligen Art. Es herrscht ein Gemeinschaftsgefühl das sich durch alle Schichten zieht.

Auch Architekturfans kommen hier auf ihre Kosten. Viele Gebäude wurden von Feuer und Fliegerbomben verschont und erzählen neben moderneren Artgenossen von einer anderen Epoche. Neben den Grundrissen der  Bornplatzsynagoge erinnern  vor annähernd jedem Gebäude Stolpersteine,  an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Trotz der grauenhaften Vergangenheit sind heute viele jüdische Mitbürger im Viertel ansässig. Das Cafe Leonar, die Talmud Tora Schule und die Tatsache, dass es bei Edeka koschere Süßigkeiten zu kaufen gibt sind ein eindeutiger Beweiß dafür.

Von der Universität lässt sich die Alster oder auch die Sternschanze in nur 10 Minuten zu Fuß erreichen, wodurch  das Viertel im schatten des Fernsehturms, für mich das eigentliche Herz von Hamburg ausmacht, denn im Gegensatz zu Neustadt und Shoppingmeile kann man hier den Herzschlag der Stadt spühren.

Jetzt da ich meine Gedanken zu meiner neuen Heimat aufgeschrieben habe, kann ich auch endlich damit aufhören, Mitbewohnern und Freunden damit auf die Nerven zu gehen wie gut es mir hier gefällt.

Kommentare
  1. [...] Nienstedten. Eben noch reingekommen: Wilhelmsburg.  Bei Formschub noch einmal Barmbek-Nord, beim Hanseschorsch das Grindelviertel. Bei Anne gibt es übrigens schon reichlich zum Ruhrgebiet, Anette [...]

  2. [...] da muss man den für sich besten rausfinden. Sehr gern mag ich noch die Ecke rund ums Dammtor und Grindel. Den alten botanischen Garten mit dem großen Spielplatz in den Wallanlagen. Das Baltuschistan (was [...]

  3. Ich bin vor 35 Jahren aus Schleswig-Holstein in die Bundesstraße gezogen – nach 21 Jahren hat mich ein Wohnungs… mit damals schon 4 Eigentumswohnungen und 1 Haus wg. angeblichem Eigenbedarf aus der Wohnung gekriegt – aber ich bin dem Viertel treu geblieben, weil: 300 m weiter Planten un Blomen, Bushaltestellen um die Ecke, viele nette NachbarInnen, Stabi 300 m weiter; fast sämtliche Läden vorhanden, die mensch braucht; Schanze in der Nähe, Dammtor-Bahnhof; Möglichkeit zum Gärtnern, mitten in der Stadt – hier bin ich und hier bleib ich! ☺

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